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Chronik der Historischen Gebirgsschützenkompanie
Wolfratshausen
Die Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen hat eine
jahrhundertealte Tradition, sie hat ihren Ursprung im
späten Mittelalter. Anno 1479 befiehlt Herzog Albrecht
dem Landgericht Wolfratshausen eine "Harnasch-Beschau",
im ältesten Dokument der Schützenkompanie wird über
deren Ergebnis berichtet. Die wehrfähigen Männer der
"Harnasch-Beschau" (Körperschutz aus Eisen) gehören zum
Landaufgebot der Bauern und Bürger, das "zur
Verteidigung der Gränzen und Plätze" im Gebirge und
ausschließlich zum Schutz der engeren Heimat bestimmt
ist.
Das Landaufgebot ist der Vorläufer der
Gebirgsschützen, auch wenn es im Laufe der Jahrhunderte
"Landfahne", "Landwehr" und "Bürgerwehr" genannt wird.
Die "Wolfratshauser Landfahne" muss während des
"30-jährigen Krieges" einen hohen Blutzoll zahlen, als
schwedische Truppen hier ihr mörderisches Unwesen
treiben.
Besondere Bedeutung hat auch das Jahr 1705 erlangt,
damals wütete in Europa der "Spanische Erbfolgekrieg".
Als kaiserliche bzw. österreichische Truppen Bayern
besetzen, es zu Kontributionen und schließlich zu
Zwangsrekrutierungen kommt, bricht im Oberland ein
großer Aufstand los. Er endet mit der Katastrophe von
Sendling, vor den Toren Münchens, wo an Weihnachten 1705
über 1100 Oberlandler der "Churbairischen
Landesdefension" niedergemetzelt werden. Unter den
Opfern sind auch viele von der "Wolfratshauser
Landfahne"
Im Verlauf der Napoleonischen Kriege wird 1809 ein
"Corps Bairischer Gebirgsschützen" zum Schutze gegen
einfallende feindliche Tiroler aufgestellt. Die hiesige
Füsilierkompanie bzw. Bürgerwehr-Kompanie ist zu der
Zeit 94 Mann stark. 1836 stiftet Herzog Maximilian in
Bayern "Seiner getreuen Bürgerkompanie Wolfratshausen"
eine große gemalte Schützenscheibe.
Die Wolfratshauser Kompanie hat aber nicht nur
Verteidigungsaufgaben, sie wird auch zur
Aufrechterhaltung der inneren Ruhe und Sicherheit
eingesetzt, wozu Patrouillen, Wachdienste und
Feuer-Pickete gehörten. Als 1868 der Sitz der Kompanie
nach München verlegt wird, endet die geschichtsträchtige
Zeit der Landwehr in Wolfratshausen.
Gut 100 Jahre später lebt die alte Tradition wieder
auf: am 17. Februar 1983 wird die historische
"Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen" wiedergegründet.
Hinzukommen im selben Jahr zur rhythmischen
bzw. musikalischen Unterstützung die Trommler und
Pfeifer des Spielmannszuges Gelting und 1992 die
Musikkapelle Münsing, die beide bei Ausrückungen in die
Schützenkompanie integriert sind.
Ihre Montur orientiert sich an den Regeln der Gebirgsschützenordnung
von 1848 und ist wie folgt festgelegt: grauer Monturrock
mit grünem Kragen und Ärmelstulpen, grüner Stopselhut
mit Spielhahnstoß, schwarze Bundlederhose und graue
Kniestrümpfe, schwarze Haferlschuhe, Gewehr bzw. Säbel.
Der erste offizielle Auftritt der wiedergegründeten
Schützenkompanie erfolgt am Patronatstag der Bayerischen
Gebirgsschützenkompanien am 06. Mai 1984 in Beuerberg.
Folgende Daten dokumentieren beispielhaft die Ereignisse
bzw. Aktivitäten der Gebirgsschützen:
| 1990 |
Ehrensalut für Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl in Bonn |
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| 1992 |
Wolfratshausen stellt Ehrenzug beim
Weltwirtschaftsgipfel in München |
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| 1999 |
48. Patronatstag der Bayrischen
Gebirgsschützenkompanien in Wolfratshausen |
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| 2001 |
Ehrenkompanie beim 60. Geburtstag
des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber |
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| 1988/1993/2002 |
Teilnahme am Oktoberfestschützen-
und Trachtenzug in München |
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| 1987/2002/2006 |
Privataudienz bei den Päpsten
Johannes Paul II. und Benedikt XVI. |
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| 1989 |
Errichtung und Einweihung des
Gebirgsschützenheimes "St. Sebastiani" |
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| 1993 |
Weihe einer neuen Kompaniefahne |
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| 2001 |
Einweihung des "Sebastianisteges" mit Relief auf
Initiative der Gebirgsschützenkompanie |
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| 2005 |
Errichtung einer Gedenktafel an der
Rathausfassade für die Wolfratshauser
Opfer der Sendlinger Mordweihnacht von 1705 |
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| 2006 |
Beim Besuch des russischen
Präsidenten W. Putin am
11. Oktober in München, ist die Wolfratshauser Gebirgsschützenkompanie
Ehrenkompanie |
Wenn auch heute die Verteidigung der Heimat in
anderen Händen ist, so liegt die Bedeutung der
Gebirgsschützen nicht nur in der Traditionspflege.
Aufgabe der Gebirgsschützenkompanie ist es, insbesonders
alpenländische Sitte und wehrhaftes Brauchtum zu
erhalten und weiterzugeben sowie die in der
jahrhundertealten Tradition begründeten Verpflichtungen
zum Schutze und zur Pflege der Heimat zur wahren.
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